Der Zoo im Garten

ants-498731_640Wer Besitzer eines Gartens ist wird dann seine größte Freude haben, wenn er die dortige Natur achtet und schützt. Er sollte stets nach dem Motto handeln: die Tiere und Pflanzen vor Ort wohnen hier, ich selbst bin nur Gast. Und als solcher sollte er sich auch benehmen.

Er sollte sich an den Gaben der Gastgeber erfreuen und sie nutzen. Zum gegenseitigen Vorteil. Wie es beispielsweise Regenwürmer machen, die nutzbaren Kompost herstellen. Aber auch die Millionen anderer Tierchen, die auf dem Boden, im Boden oder in der Luft leben, sind immer Freunde des Gärtners.

Jedenfalls dann, wenn er Ihre Bedürfnisse achtet. Natürlich gibt es auch Gastgeber, deren Gaben vom Gärtner nicht gewünscht sind. Man denke nur an Wühlmäuse oder Maulwürfe. Ameisen, Maulwurfsgrillen, Dickmaulrüssler oder der Holzkäfer gehören ebenfalls dazu. Aber auch sie leben hier, und sie haben ein Recht hier zu leben.

Der Mensch unterteilt in Nützlinge und Schädlinge

Genauso wie Pflanzen nach Unkraut oder Nutzkraut aufgeteilt werden, fällt der Gärtner sein Urteil über die Tiere im Garten. Ausschließlich danach, ob sie ihm nutzen oder eben nicht. So ist der Marienkäfer nützlich, die Blattlaus nicht. Die Florfliege ist ein Nützling, die Wespe nicht. Diese unselige Unterteilung setzt sich fort durch das ganze Tier- und Pflanzenreich. Dabei stellt sich immer die Frage, für wen etwas nützlich ist oder nicht.

Blattläuse so sind beispielsweise für Ameisen das, was für Menschen die industrielle Tierhaltung ist. Ameisen halten sich ganze Kolonien von Blattläusen, da diese einen Honigtau ausscheiden, von dem die Ameisen leben. Da Blattläuse nicht sehr beweglich sind, transportieren Ameisen sie zur nächsten Pflanze, wenn die Blattläuse die eine Pflanze leer gesaugt haben. Diese Symbiose nutzt beiden. Nur nicht dem Menschen. Also muss die große chemische Keule her.

Muss Chemie sein?

Dass es in der industriellen Landwirtschaft nicht oder Chemie geht, hat sich seit Fritz Haber und seiner Ammoniaksynthese so entwickelt. Doch gerade der Kleingärtner sollte möglichst darauf verzichten. Denn jeder Eingriff in die Natur hat seine Folgen. Denn, wie bei den Blattläusen und Ameisen beschrieben, jedes Tierchen ist auf ein anderes Tierchen, jede Pflanze auf eine andere Pflanze angewiesen.

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